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Stossbehandlung und Langzeitbehandlung gegen Varroa - Varroamilben - Parasitenmilbe.
 

Faulbrut + Sauerbrut


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Bei der Faulbrut handelt es sich um zwei verschiedene bakterielle Brutkrankheiten der Honigbienen. Man unterscheidet zwischen der Europäischen Faulbrut oder auch Sauerbrut genannt (EFB) Melissococcus pluton und der Amerikanischen Faulbrut (AFB) Paenibacillus larvae. Die Europäische Faulbrut wird auch Sauerbrut (saurer Geruch) , oder weil sie relativ harmlos ist, Gutartige Faulbrut genannt. Die dagegen sehr gefährliche Amerikanische Faulbrut wird auch Bösartige Faulbrut genannt und ist in Deutschland und Österreich anzeigepflichtig, siehe Kapitel Organisation der Tierseuchenbekämpfung bei Tierseuche. Tierseuchen, Kalkbrut, Sackbrut, Steinbrut, Faulbrut, Sauerbrut.
Die Sauerbrut bricht immer öfter in Bienenvölkern aus: Befiel die Krankheit über Jahrzehnte hinweg jährlich wenige Dutzend Bienenstände, stiegen die Fallzahlen in den vergangenen Jahren dramatisch auf über 500 Fälle. Oft brach die Krankheit trotz Bekämpfungsmassnahmen im Folgejahr wieder aus. Die Massnahmen werden deshalb verschärft: Ab März werden nicht mehr nur die betroffenen Bienenstände gesperrt und saniert, sondern die KantonstierärztInnen legen zudem ein Sperrgebiet von rund einem Kilometer Radius fest.

Krankheiten bei Bienen


Man unterscheidet zwischen Krankheiten der Brut (Brutkrankheit) und Krankheiten der erwachsenen Bienen. - Bienenseuche - Bienenseuchen
Kranke Bienenvölker leiden oft unter Mischinfektionen. Bakterien Viren, bakterienähnliche Erreger und Amöben (Schmarotzer in den malpighischen Gefässen) können ein Bienenvolk befallen, das bereits unter Nosema, der Tracheen- oder der Varroamilbe leidet.


Krankheiten können verursacht werden durch:

- mangelhafte Ernährung
- ungünstiger Standort
- erbliche Veranlagung (Inzucht)
- falsche Pfleg
e / Weisellos


Bienenkrankheiten der Bienen können verursacht werden durch:

- raubende Bienen
- verfliegende kranke Bienen
- Austausch mit infizierten Waben
- Spritzmittelvergiftung


Faulbrut


Faulbrut - April bis September
Erreger:
sporenbildende Bakterien
(Paenibazillus larvae).
Bienenseuche, Bienen-Seuche
Sie gelangen über infiziertes Futter (Honig) über die Brutpflegebienen in die Larven.
Seuche, Seuchen, Bienenseuchen
Jahreszeit:
April bis September


erkennbar durch:
- lückenhaftes Brutnest
- eingesunkene Brutzelledeckel
- schwitzende Zellendeckel
- löcherige Brutzellendeckel


Streichholzprobe:
- braune schmieriges Masse
- zieht Fäden
- unangenehmer Geruch


  Faulbrut

Bildansicht: Faulbrutzellen
Die Imkerin oder der Imker findet Brutzellen mit eingesunkenen, durchlöcherten Zelldeckel und abgestorbener Brut. Es besteht Faulbrutverdacht.
Bieneninspektor benachrichtigen.


  Streichholzprobe

Bildansicht: Streichholzprobe Ein Streichholz in die verdeckelte Zelle einstecken. Wenn am Streichholz eine braune Masse klebt und bleibt und noch Fäden zieht, liegt Faulbrut vor. Bieneninspektor benachrichtigen.


Faulbrutspezifische Bekämpfungsmassnahmen
(Art 269272 Tierseuchenverordnung - TSV)
Innert zehn Tagen müssen entweder alle Völker und deren Waben vernichtet werden, oder es werden nur die erkrankten und verdächtigen Völker vernichtet und gleichzeitig Bekämpfungsmassnahmen nach den Richtlinien des Schweizerischen Zentrum für Bienenforschung durchgeführt.
Alte Waben, Wachs und Honig dürfen nur gemäss den Weisungen des Bieneninspektors verwendet werden. Der Bieneninspektor muss innert 30 Tage sämtliche Völker im Sperrgebiet (Umkreis 2 km) auf Faulbrut kontrollieren.


Sauerbrut


Sauerbrut - April bis September
Erreger: Bakterien
(Melissococus pluton)
(Paenibazillus larvae).
Brutkrankheit, Brutkrankheiten
Sie gelangen mit dem Futter (Honig) über die Pflegebienen in die Bienenlarven.
Bienenbrutkrankheiten
Jahreszeit:
April bis September


erkennbar durch:
- lückenhaftes Brutnest
Die normalerweise weissglänzenden Rundmaden verfärben sich mattgelb, später dunkelbraun. Liegen verdreht in den Zellen, saurer Geruch.

Bienen-Brutkrankheiten, Bienen-Sauerbrut
Massnahmen:
Inspektor benachrichtigen
befallene Völker vernichten, Waben verbrennen. Werkzeuge und Bienenkasten desinfizieren.


Bildansicht: Sauerbrutzellen
Eingesunkene, löchrige Zelldeckel. Die abgestorbenen Maden liegen in verschiedenen Stellungen. Kaum fadenziehend, jedoch unangenehmer saurer Geruch.
Bieneninspektor benachrichtigen.


  Sauerbrut


Sauerbrutspezifische Bekämpfungsmassnahmen
(Art 273 Tierseuchenverordnung - TSV)
Alle stark erkrankten Bienenvölker sowie deren Waben müssen vernichtet werden. Der Bieneninspektor ordnet weitere Bekämpfungsmassnahmen an.
Alte Waben, Wachs und Honig dürfen nur gemäss den Weisungen des Bieneninspektors verwendet werden. Der Bieneninspektor muss innert 30 Tage sämtliche Völker in benachbarten Ständen auf Sauerbrut kontrollieren.


Kalkbrut


Kalkbrut - April bis September
Erreger: Pilz
(Ascosphaera apis)
Pilz oder Pilzsporen gelangen
über die Brutpflege- oder Putzbienen in die Brutzellen und durchwuchern larven.
- Kalkbrutzelle, Kalkbrutzellen
- Kalk-Brutzellen, befallene Bienen-Kalkbrutzellen / Kalkbrut auf Brutwaben, Bienenzellen mit Kalkbrut


erkennbar durch:
- lückenhaftes Brutnest
- die befallenen Larve vertrocknet zu weisslichem oder schwarzem, weizenkornartigen Krümmel.
Die Kalkbrut mumien liegen in offenen und verdeckelten Zellen und werden von den Putzbienen ausgeräumt.


Massnahmen:
Stark infizierte Waben vernichten, Volk einengen und mit lauwarmen Zuckerwasser besprühen. Königin auswechseln. Bei regelmässig wiederkehrendem Befall Standort wechseln.


Bildansicht: Kalkbrutzellen
Eingesunkene, löchrige Zelldeckel. Die abgestorbenen Maden liegen in verschiedenen Stellungen. Kaum fadenziehend, jedoch unangenehmer saurer Geruch.
Bieneninspektor benachrichtigen.


  Kalkbrut


Bei allfälliger zweiter Honigernte birgt diese Langzeitbehandlung Kontaminationsrisiko. Dieser Honig (zweiter Ernte) sollte nicht in den Verkauf resp. in den Verkehr gebracht werden.

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